24. Spieltag 1966 / 67 Sa., 04.03.1967

Bundesliga

1. FC Nürnberg - Bayern München

0:1 (0:0)

1. FC NÜRNBERG:

Wabra;

Leupold, Hilpert;

Adelmann, Wenauer, Reisch;

L. Müller, Ferschl, Strehl, Brungs, Volkert

Trainer: Merkel

Tore: ---

BAYERN MÜNCHEN:

Maier;

Kupferschmidt, Olk;

Roth, Beckenbauer, Rigotti;

Nafziger, Ohlhauser, Müller, Koulmann, Brenninger

Trainer: Cajkovski

Tore: 0:1 Roth (68.)

-

Schiedsrichter: Tschenscher (Mannheim)

Zuschauer: 61.000

Besondere Vorkommnisse: Keine

Spielbericht aus der FCN-Vereinszeitung Nummer 3 vom März 1967

Beide Punkte wanderten an die Isar

Die Zuschauerkulisse stimmte, die Kasse stimmte, doch die Rechnung des Clubs, mit dem „Dortmunder Aufgebot" und der dort praktizierten Taktik auch die Münchner Bayern zu schlagen, ging leider nicht auf. Schuld daran war weniger der Umstand, daß die Rothosen gleichfalls der Devise „Safety first" huldigten, sondern daß etliche Clubspieler ihre Dort­munder Form nicht konservieren konnten. Das gilt vor allem für Ferschl, Adelmann, Reisch, Ludwig Müller und Volkert.

Die Gäste hingegen hatten keinen Ausfall zu verzeichnen, waren spielerisch besser, und das gab letzten Endes den Aufschlag, daß beide Punkte an die Isar wanderten.

Genau genommen stellten nur Brungs und Strehl die Bayern-Abwehr dann und wann vor Probleme. Doch was vermögen zwei Stürmer gegen Sepp Maier, Beckenbauer und Co. schön auszurichten? Ja, wenn die beiden, wie geplant, von den Mittelfeldspielern effektvoll genug unterstützt worden wären! Doch darauf wartete man 90 Minuten lang vergeblich. Die sogenannte zweite Linie des Clubs stand faktisch nur auf dem, Papier. Das war bei den Bayern wesentlich anders. Die Münchener gefährdeten das Clubtor zwar auch nicht allzu oft, doch ihre Aktionen waren durchdachter. Sie hatten in Gerhard Müller und Nafziger zwei ausgezeichnete Sturmspitzen, in Koulmann einen cleveren Regisseur und in Roth einen Außenläufer, der sich blitzschnell in den Angriff mit einzuschalten verstand. Leider ließ das Spiel, dem auch Bundestrainer Helmut Schön beiwohnte, über weite Strecken jeden Glanz vermissen, Es gab Fehlpässe und Ruppigkeiten am laufenden Band. Reisch und Brenninger waren aufgrund eines unsportlichen Privatduells sogar einem Platzverweis nahe, doch SR Tschenscher ließ Gnade vor Recht ergehen.

Der Club hatte, ehe die Bayern in der 68. Minute durch Roth zum Tor des Tages kamen, die besseren Torchancen. Die klarsten boten sich Strehl und Ferschl.

Doch der Cubmittelstürmer zielte in der 1. Halbzeit nach einer Kurzpaß-Kombination nicht in die lange, sondern in die kurze Ecke, so daß Maier noch retten konnte, und Ferschl vermochte nach der Pause aus einer Bravourleistung von Brungs kein Kapital zu schlagen. Er schaltete zu spät, wurde bedrängt und schoß am leeren Bayern-Gehäuse vorbei. Wenig später schob Strehl das Leder zu Brungs, anstatt aus kurzer Distanz abzufeuern. Tragisch für den Club war, daß das 0:1 einer durchaus harmlosen Situation entsprang. Die Nürnberger Abwehr rechnete bei einem Münchner Angriff damit, daß der nach vorn gelaufene Roth seinen Mittelstürmer Müller anspielen würde, doch der Münchner Außenläufer wagte ein Solo, umspielte Leupold und lenkte die Kugel am herauslaufenden Wabra vorbei ins Netz.

Wenig später hätte es 0:2 heißen können, als der an der Mittellinie lauernde Müller einen weiten Paß aufnahm und ungehindert dem Clubtor entgegenzog, Aber der ansonst so gefährliche Torjäger hatte nicht die Nerven, den herauseilenden Wabra zu umspielen und zielte daneben. Der Club versuchte zwar bis zur letzten Minute, wenigstens einen Punkt zu retten, doch es gab kein „happy end" wie unlängst gegen den HSV.

A. W.

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