17. Spieltag 1986 / 87 Sa., 06.12.1986

1. Bundesliga

1. FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach

2:0 (0:0)

1. FC NÜRNBERG:

Köpke,

Reuter,

H. Brunner, Giske,

T. Brunner, Schwabl. Philipkowski, Lieberwirth, Wagner,

Andersen, Eckstein

Trainer: Höher

Wechsel: Stenzel für Eckstein (86.)

-

Karten: Gelb: Hans-Jürgen Brunner

Tore: 1:0 Andersen (50.), 2:0 Lieberwirth (84.)

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH:

Kamps,

Bruns,

Winkhold, Borowka,

Drehsen, Krisp, Bakalorz, Lienen, Frontzeck,

Rahn, Criens

Trainer: ?

Wechsel: Thiele für Krisp (68.),

Herlovsen für Bakalorz (87.)

Karten: Gelb:Borowka, Krisp

Tore: ---

-

Schiedsrichter: Matheis

Zuschauer: 41.300

Besondere Vorkommnisse: Keine

Spielbericht aus der CLUB-REVUE Nummer 12 / 1 vom Dezember / Januar 1986 / 87

Zum Vorrunden-Abschluß 2:0 über M'gladbach - Endlich einen „Großen" in die Knie gezwungen!

Einen schöneren Vorrunden-Abschluß hätte man sich nicht wünschen können: am Nikolaustag bescherte die Club-Elf ihrem treuen Anhang einen tollen 2:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach, das bis dato in 15 Pflichtspielen unbesiegt gewesen war. Erstmalig in der Vorrunde kassierte der Club kein Gegentor. „Außerdem ist es uns nach Jahren endlich wieder gelungen, eins der sogenannten großen Teams zu schlagen!" freute sich Präsident Gerd Schmelzer, „das signalisiert eine gewisse Trendwende!" Jürgen Frauer schrieb in den Nürnberger Nachrichten:

Der l. FC Nürnberg setzte einen verheißungsvollen Schlußpunkt hinter die Vorrunde der Fußball-Bundesliga: Nach dem verdienten 2:0-(0:0-)Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach befindet sich der Club auf dem Sprung ins Mittelfeld der Tabelle. Die Distanz zu den Inhabern der beiden Abstiegsplätze beträgt - dank der guten Tordifferenz des l. FCN - sieben Punkte.

Als Mannschaft der Stunde waren die Borussen nach Nürnberg gekommen. Mit 14:4 Punkten aus neun Spielen ohne Niederlage glaubte Trainer Jupp Heynckes auch beim Club bestehen zu können. Doch der Favorit wurde mit den eigenen Waffen geschlagen.

Heynckes lobte die disziplinierte Abwehrarbeit der Nürnberger und bestätigte ihnen, daß sie aus der Vergangenheit gelernt hätten. Heynckes: „Mit unserem Rezept, dem Konterspiel, hat der Club nach der l :0-Führung die Partie entschieden. Ich muß der Mannschaft ein Kompliment machen."

Dieses Lob aus berufenem Munde galt auch dem Trainer des Siegers, Heinz Höher, der am Samstag sein 350. Bundesligaspiel coachte.Die taktische Vorbereitung war gelungen. Mit Hans-Jürgen Brunner als Sonderbewacher für den Nationalspieler Uwe Rahn legte der Trainer den Grundstein zum Sieg.

Im ersten Spielabschnitt ließen beide Mannschaften Vorsicht walten. So ergaben sich nur wenige Möglichkeiten, bei denen die Gäste ein deutliches Plus hatten. Die „Zitterminuten" für die Nürnberger unmittelbar nach dem Wiederanstoß - hier gab es in den vorangegangenen Spielen häufig Rückschläge - verkürzten sich angenehm. Beim ersten Angriff der Borussen behauptete sich Anders Giske in einer heiklen Situation gegen Rahn, dann sorgte Andersen mit einem sehenswerten Kopfballtreffer dafür, daß in diesem Spiel die taktischen Zwänge gesprengt wurden und die Zuschauer endlich auf ihre Kosten kamen.

Programmgemäß schalteten die Gäste nach dem Rückstand voll auf Offensive. Zwanzig Minuten lang sahen sich die Nürnberger in die Abwehr gedrängt und hatten in dieser Phase keine nennenswerte Konterchance. Dafür funktionierte die Deckung beim Club sehr gut.

Als Bruns seinen Liberoposten aufgab, um dem Angriff noch mehr Druck zu verleihen, kamen die Nürnberger zu klassischen Konterchancen. Nach einem Solo von Joachim Philipkowski traf Eckstein (71.) die Latte. Dann forderten die Zuschauer zweimal Elfmeter, als Lieberwirth (75.) im Strafraum hart gestoppt und Andersen (76.) bei einem Kopfballversuch vor dem Borussen-Tor umgestoßen wurde. Nachdem sich Köpke im letzten Moment vor Rahn den Ball gegriffen hatte, profitierte Lieberwirth im Gegenzug von einem Borowka-Fehler. Der Nürnberger Senior traf jedoch nur den Pfosten (82.).

In der nächsten Minute unternahm Philipkowski einen Alleingang. Der Hamburger versäumte den günstigsten Moment zum Schuß und scheiterte bei dem Versuch, den Ball im vollen Lauf einzusteppen. Dann wurde Ecksteins ständiges Bemühen belohnt. Er erkämpfte sich den bereits verlorenen Ball gegen den fahrlässigen Bruns wieder und servierte vom rechten Flügel das Leder maßgerecht für Lieberwirth, der mit seinem ersten Kopfballtor in seiner langen Profi-Laufbahn das 2:0 (84.) für den Club erzielte.

Vorbildlich meldete sich Reuter als Libero zurück. Fast im gleichen Atemzug ist Manfred Schwabl zu nennen, der sich erheblich gesteigert hat. Daß der Club in dieser Saison erstmals ohne Gegentor blieb, bestätigt auch die soliden Leistungen von Schlußmann Köpke, der im Verlauf der Runde gezeigt hat, daß er mehr als nur ein Vertreter des verletzten Herbert Heider ist.

Endlich ein Sieg über Gladbach! Manfred Schwabl, Anders Giske, Jörn Andersen und Thomas Brunner freuen sich. Foto: WEREK

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