Freundschaftsspiel 1965 / 66 Di., 10.08.1965

1. FC Nürnberg - Manchester United

2:0 (0:0)

1. FC NÜRNBERG:

Wabra;

Ferschl, Popp;

Leupold, Wenauer, Reisch;

Allemann, Wild, Strehl, Brungs, Greif

Trainer: Csaknady

Wechsel: Bast für Strehl (46.),

Billmann für Brungs (75.)

Tore: 1:0 Bast (53.), 2:0 Wild (64.)

MANCHESTER UNITED:

Pat Dünne;

Brennan, Thomas Dünne;

Crerand, Foulkes, Stiles;

Herd, Charlton, Sadler, Law , Best

Trainer: ?

Wechsel: Cantwell für Law (46.)

-

Tore: x:x (.)

-

Schiedsrichter: Betz (Regensburg

Zuschauer: 28.000

Besondere Vorkommnisse: Keine

Spielbericht aus der FCN - Vereinszeitung Nummer vom 196

Generalprobe wurde überzeugender Sieg!

Vor einem Jahr hat der englische Pokalmeister und schließliche Europa-Cupsieger Westham United zum Saisonauftakt uns ein Treffen geliefert, das als das schönste Fußballspiel gelten muß, das seit einer Reihe von Jahren in Nürnberg zu sehen war. Daran hatten sich die Fußballfreunde wohl erinnert und kamen so zahlreich wie damals, obwohl der englische Ligameister 3 Tage zuvor sein Gastspiel in Hannover verloren hatte. Und wieder gab es ein mitreißendes Kampfspiel von hoher Klasse, von der fair-play-Demonstration des Vorjahres aber wesentlich verschieden - mehr Schlacht als Spiel! Rauher wird es auch in der Bundesliga nicht zugehen, verbissener und erbitterter kann persönlicher Einsatz nicht mehr verlangt und geboten werden.

Wurde in der ersten Spielhälfte beiderseits das dem Ruf der Mannschaften gerechtwerdende hochwertige Können gezeigt, so trübte sich leider der Eindruck dieses immer mitreißend bleibendem Kampfspiels in der Fortsetzung, als Bast und Wild ihre Tore geschossen hatten. Spieltechnisch enttäuschte Manchester United auf keinem Posten. Es brachte die typische „englische Härte" in dieses „Freundschaftsspiel", aber des öfteren so bar jeder Freundschaft, daß die Grenze des Erlaubten überschritten wurde und dann im Verlauf der Schlacht schließlich auch der eine oder andere auf unserer Seite durch gereizte statt reizende Einlagen auffiel.

Der Schiedsrichter pfiff viel und er pfiff löblicherweise dann nicht, wenn er die Vorteilsregel gelten ließ, aber trotz allem - vielleicht sogar deswegen? - blieb er nicht immer souverän. In einem Verbandsspiel hätte er vermutlich auch mal zur Strafe des Platzverweises gegriffen.

Als „Lehrmeister" konnte denn auch diese britische Elf nichts Neues bieten, eher hätten sie den Unsrigen - etwa in der Angriffstaktik - etwas abgucken können. Ihr Ballkünstler Best auf LA hielt nicht Platz. Er trieb sich immer wieder im Innensturm herum, blieb dort auch noch oft zu lange am Ball, so daß er letztlich trotz seiner Gefährlichkeit mitschuldig an der Erfolglosigkeit der englischen Offensive wurde.

Vorteilhaft wirkte sich dagegen beim Club die Bedienung der Flügelstürmer aus. Ihr konsequentes Platzhalten an der Linie ermöglichte ihren häufigen Einsatz. Ihre Qualitäten kamen dadurch wie kaum je im letzten Jahr zur Geltung. Die zahlreichen Flankenbälle in des Gegners Strafraum waren bei der Körpergröße und dem Tordrang der Innenstürmer gefährlich, das ganze Angriffsspiel flüssiger und durchschlagskräftiger, das viel bekrittelte Klein-Klein blieb aus.

Dieser taktische Vorzug gegenüber der englischen Angriffsweise rechtfertigt schließlich auch den Sieg. Kommt dazu, daß die Clubspieler trotz des höllischen Tempos ihre hervorragende Kondition 90 Minuten lang durchhielten, was von den Gästen nicht durchwegs gesagt werden kann.

Clubspiel und Clubspieler erwiesen sich in den 5 Vorbereitungs-Wettkämpfen als merklich verbessert. Nicht nur wegen der 5 Siege, sondern wegen der Art und Weise, wie sie erzielt wurden, sind der Club und sein Anhang voller Hoffnung für die schwere Aufgabe, die das neue Spieljahr stellen wird. Wenn nicht allzu häufige Spielerausfälle das erreichte Niveau gefährden, sollte der 1. FCN nach solchem Auftakt eine gute Saison erwarten können.

Pelzner

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