27. Spieltag 1965 / 66 Sa., 26.03.1966

Bundesliga

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

0:2 (0:1)

HAMBURGER SV:

Schnoor;

Sandmann, Kurbjuhn;

Giesemann, Schulz, Strauß;

B. Dörfel, Pohlschmidt, Seeler, Peltonen, G. Dörfel

Trainer: Gawliczek

Karten: ---

Tore: ---

1. FC NÜRNBERG:

Wabra;

Hilpert, Popp;

Ferschl, Wenauer, Leupold;

Allemann, Flachenecker, Brungs, Strehl, Volkert

Trainer: Csaknady

Karten: ---

Tore: 0:1 Strehl (17.), 0:2 Brungs (66.)

-

Schiedsrichter: Baumgärtel

Zuschauer: 15.000

Besondere Vorkommnisse: Keine

Spielbericht aus der FCN Vereinszeitung Nummer 4 vom April 1966

Aus Hamburg zwei Punkte entführt

Bei unfreundlichem „Aprilwetter" begann der HSV mit stürmischen Attacken gegen das von Wabra hervorragend gehütete Clubtor. Es schien, als wollte er die 0:5-Vorspielniederlage mehr als wett machen. Aber schon nach einer Viertelstunde war klar, daß dieser HSV-Sturm trotz allem Eifer keine Bäume ausreißen würde. Selbst Uwe Seeler wurde an diesem Tage von dem nach längerer Pause wieder spielenden Leupold vollkommen abgemeldet. Der Nationalmittelstürmer machte praktisch keinen Stich gegen ihn.

Mit zunehmender Spieldauer kreuzten die Clubstürmer öfter vor Schnoors Gehäuse auf, wobei sich der bienenfleißige und äußerst bewegliche Mittelstürmer Brungs und der immer anspielbare und Übersicht verratende Heinz Strehl besonders auszeichneten. In der 17. Minute war es dann soweit: Volkert war nach innen gewechselt, gab einen Paß zu Strehl, der Schulz elegant aussteigen ließ und aus spitzem Winkel zum l :0 einkanonierte. In der Folge starteten die Hamburger wütende Gegenangriffe, die meist von den beiden schnellen Außen ausgingen, aber von der Nürnberger Hintermannschaft gut abgeblockt wurden. Hier bewährte sich vor allem Wenauer, der immer zur Stelle war, wenn es brenzlig wurde. Leider verletzte sich Volkert nach 30 Minuten am rechten äußeren Knöchel, so daß er nur mit halber Kraft weiterspielen konnte. Nach Seitenwechsel ergab sich fast das gleiche Bild wie zu Beginn des Spieles: Die Hamburger griffen teilweise mit 7 Mann an. Trotzdem hatten sie keine klare Torchance. Nur einmal vergab Seeler vom 11-Meterpunkt aus eine Gelegenheit zum Ausgleich kläglich.

Glücklicher operierte die Clubelf, wobei Alle-mann endlich einmal seinen Bewacher Kurbjuhn umging, Strehl in die Rechtsaußenposition schickte, der dann zu Brungs weiterleitete. Dieser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und knallte das Leder aus kurzer Entfernung ins Torkreuz unhaltbar für den HSV-Schlußmann. Damit war das Spiel praktisch entschieden, wenn sich auch die Hamburger noch redlich mühten, das Ergebnis zu verbessern. Aber an diesem Tag stand die Nürnberger Abwehr eisern und der HSV-Sturm war einschließlich Seeler zu umständlich. Als der korrekt leitende Schiedsrichter Baumgärtel nach 90 Minuten das Treffen abpfiff, hatte der 1. FCN erstmals ein Bundesligaspiel gegen den HSV in Hamburg gewonnen.

Dr. G. Lobenhofer

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